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Am Anfang war das Ei . . .

Hermanni-Ei

So also schaut es aus, wenn eine Griechische Landschildkröte das Licht der Welt erblickt. Wie war das doch gleich mit dem sogenannten Eizahn und dem Durchbrechen am Eipol? Man liest es immer wieder in allerlei Büchern - gewiß kommt das auch ab und an vor; wie eben das Ei in der Nestgrube zu liegen kommt. Die dem Eizahn eigene Bedeutung wird m. E. vielfach fehl- oder überbewertet. Ähnlich verhält es sich mit der Fähigkeit zu klettern und dem Willen, als unüberwindlich geltende Hindernisse erfolgreich zu bezwingen. Schildkröten sind sehr hartnäckig, man kann es auch als Sturheit interpretieren.
Schildkröten sind Einzelgänger - so liest man es auch immer wieder. Das ist nicht falsch! Es besagt aber nicht, daß einzeln gehaltene Exemplare "glücklicher" als Tiere in einer +/- großen Gruppe sind; im Gegenteil! Landschildkröten sind tagaktive Tiere - auch so ein, anscheinend unausrottbares Vorurteil! So wie es Menschen gibt, welche als ausgesprochene Nachtschwärmer gelten, genauso gibt es Schildis, die eine Vorliebe für nächtliche Wanderungen haben. Freilich auch nur wenn im Sommer die Temperaturen angenehm sind. Schildkröten brauchen viel Wärme um sich wohlzufühlen - auch das stimmt so keineswegs! Richtig ist hingegen, daß alle europäischen Land- und Wasserschildkröten ohne Sonne nicht überlebensfähig sind und Sonne ist viel mehr als pure Wärme, eine Kunstsonne kann immer nur ein - leider nicht unverzichtbarer - Krückstock sein. Das ist eine Tatsache, die man leicht erkennt wenn man der Frage nachgeht, warum eigentlich in unseren mitteleuropäischen Regionen die Landschildkröten vor Unzeiten ausgestorben sind. Gleiches Schicksal steht auch den einheimischen Sumpfschildkröten und Smaragdeidechsen, welche derzeit noch in kleinsten Inselpopulationen hier leben unmittelbar bevor...


Vierzehenschildkröte aus ehem. privater Einzelhaltung mit dem ersten eigenen Jungtier

Etwa 25 Jahre lebte diese horsfieldii als Haustier in einer Wohnung. Natürlich ist sie dort auch umsorgt worden, sie wurde auch regelmäßig zum weiden "gehütet" und wie man sehen kann, bekam sie zudem sehr reichlich zu futtern. Hingegen hielt es sich mit der Auslaufmöglichkeit in den baulichen Grenzen einer Neubauwohnung. Da war auch nichts mit buddeln, mit richtigem eingraben schon garnicht und ja, Eierlegen konnte man freilich auch ganz vergessen - zu viel Körperfett! Bei uns brauchte sie dann zwei Jahre um sich in die Gruppenhaltung zu integrieren, entsprechend abzuspecken und die natürlichen Geschlechtsfunktionen zu synchronisieren. Aber dann hat es auch gepaßt und in den Folgejahren ebenso, wobei mehr als zwei Schlüpflinge aus drei Eiern nicht drin waren. Die eigentliche Besitzerin ist zwischenzeitlich verstorben, sie konnte in den letzten Jahren das Tier nicht mehr versorgen, weswegen es dann zu uns gelangte.
Das Jungtier ist auf dem Foto bereits ca. 1 Jahr alt, hat somit schon eine erfolgreiche Winterruhe absolviert und Sie ahnen sicher schon, daß es eine ganze Weile dauert, ehe aus so einem Winzling eine erwachsene Schildi wird, welche nun ihrerseits in der Lage ist ein erstes, noch recht bescheidenes Gelege zu produzieren. Es ist auch absolut ungewiß, ob diese erste Generation überhaupt den Unwirtlichkeiten des realen Lebens gewachsen sein wird. Nicht, daß die kleinen Tierchen unvollkommen wären, nein, sie sind mit allem ausgestattet was auch eine jugendliche Schildi hat - nur eines fehlt ihnen: Die entsprechende Größe. Sie sind also kleiner, haben kürzere Beinchen und damit sind sie zuallererst einmal Beute für allerlei Getier, allen voran die schlauen Krähenvögel. Ähnlich verhält es sich mit aquatilen Schildkröten die ihren Zehnten beim Verlassen der Nestgrube auf dem Wege zum schützenden Wasser an lauernde Möven entrichten müssen. Meeresschildkröten versuchen den "Durchbruch" nach Einbruch der Dunkelheit - gäbe es keine engagierten Menschen die sich um den Schutz der Nestgruben bemühen, dann gäbe es vermutlich schon keine Meeresschildkröten mehr weil ihre Gelege vor der Zeitigung von Raubzeug, vor allem zweibeinigem, geplündert würden. Die Eier hat man in Unmengen zu billigem Öl verarbeitet - Raubbau ohne Risiko!

Grundsätzlich geben wir unsere Nachzuchten nur an Selbstabholer.
Jegliche Art von Versand ist absolut ausgeschlossen!

Wir verkaufen juv. Landschildkröten nur in der Saison, also in den Monaten Mai bis September; wenn das Wetter es erlaubt und die Tiere aus der Winterruhe revitalisiert sind bereits ab Ende März bis Anfang Oktober. Nur so ist sichergestellt, daß natürliche Narung in ausreichender Menge vorhanden ist. Es sollte klar sein, daß wir keine Weihnachtswünsche erfüllen die über die Ausstellung eines Gutscheines hinausgehen. Das Wohl der Tiere hat für uns oberste Priorität und deren Biorhythmus hat sich in Millionen Jahren so als Erfolgsmodell herauskristallisiert daß wir ihn nicht stören wollen.

Wenn Sie zu uns kommen, vergessen Sie nicht Ihren Personalausweis oder Reisepaß. Wir sind gesetzlich verpflichtet, Sie als neuen Tierhalter behördlich zu registrieren und diese Daten werden dann auf dem Dienstweg an die für Ihren Wohnort zuständige Behörde übermittelt. Das entbindet Sie nicht von der Pflicht, ihrerseits die neuen Tiere bei Ihrer Behörde anzumelden. Sie sind dazu verpflichtet, die Ihnen übergebenen Dokumente - EU Bescheinigung und Fotodokumentation gewissenhaft zu verwahren und kontinuierlich weiter zu führen. Wenn Ihr Tier nicht hundertprozentig anhand dieser Dokumente identifiziert werden kann, erlischt die Haltungserlaubnis! Das haben nicht wir uns so ausgedacht sondern der Gesetzgeber und den Anlaß dafür haben eine Reihe skrupelloser Tierschinder geliefert.
Haben Sie Fragen zu diesem Procedere dann beantworten wir Ihnen diese gerne. Für die Haltung von ein oder zwei Tieren ist der Gesamtaufwand aber weder vom Arbeitsumfang noch von der finanziellen Seite her eine Belastung. Sofern Sie eine größere Gruppe halten möchten, benötigen Sie eine Gehegegenehmigung. Sie sollten diese einholen, bevor Sie die Tiere kaufen. Uns ist bisher zwar kein Fall einer Versagung bekannt geworden, doch daraus ist kein Automatismus herleitbar.

Aufzucht & Erkrankungen

Die meisten Fehler mit oft irreversiblen Schäden passieren in der Aufzuchtphase. Das beginnt schon mit der irrsinnigen Behauptung, die Jungtiere dürfen in den ersten Jahren keine Winterruhe halten. Das ganze Gegenteil dessen ist richtig! Die Jungtiere müssen zwingend diese Ruhephase durchleben, nur so ist ihnen die Chance auf optimale Lebenserwartung gegeben. Anders ausgedrückt reduziert die Verweigerung des Winterschlafes das Lebensalter erheblich. Zudem müssen die Schlüpflinge auch erst lernen, wie sich auf diesen Lebensabschnitt vorbereitet wird denn anders als in freier Natur ist es am Pfleger, seinem Schutzbefohlenen dies zu vermitteln! Nur eine einzige Ausnahme ist erlaubt: Kranke oder, warum auch immer, geschwächte Tiere sollen nicht bedingungslos zum schlafen gezwungen werden. Ein weiterer, oft empfohlener Irrsinn ist die Einschaltung der Kunstsonne nur zu den Fütterungszeiten. Wer das tut, der ermordet seine Schildkröte systematisch denn die Physiologie dieser Tiere orientiert sich nicht am Stromzähler sondern an den klimatischen Bedingungen ihres angestammten Lebensraumes. Da der sich nicht auf einem Vulkan befindet, ist es gleichfalls irrsinnig, eine Bodenheizung zu kaufen. Dennoch passiert das immer wieder und die Käufer glauben auch noch, damit etwas gutes zu tun - weil sie es gehört oder irgendwo gelesen haben. Wer nicht bereit oder in der Lage ist, sich das nötige Wissen aus seriösen Quellen zu erschließen, die nicht unerheblichen Aufwendungen für das Wohlbefinden seiner Tiere zu tragen, der soll bitte davon gleich Abstand nehmen!

Es soll hier kein Berufsstand diskriminiert werden, dennoch ist eindringlich davor zu warnen, den Worten jedes gewerblichen Zoohändlers bedingungslosen Glauben zu schenken. Gehen Sie ruhig davon aus, daß selbiger in erster Linie vom verkaufen lebt und betrachten wir uns die heutigen Großvertriebsformen über Baumärkte etc., dann hat das mit einem wirklichen Fachhandel überhaupt nichts zu tun. Freilich gibt es auch positive Ausnahmen - nur sind die meistens nicht eben mal "um drei Häuser".
Schildis geben wir erst ab, wenn sie mindestens zwei Winter bei uns geschlafen haben. Sie sind dann schon etwas robuster und unangenehme Überraschungen so gut wie ausgeschlossen. Aber! Allein die Verbringung eines Tieres an einen anderen Ort stellt für dieses eine erhebliche Streßsituation dar und erfordert viel Einfühlungsvermögen vom neuen Tierhalter. Sollte der Pflegling einmal ernsthaft erkranken, dann können Sie nicht einfach einen beliebigen Tierarzt aufsuchen. Reptilienkrankheiten sind kein Ausbildungsinhalt für Tierärzte. Dafür gibt es einige wenige Spezialisten, welche sich mit diesem Metier intensiv befassen. Einige für Säuger sehr gut verträgliche Medikamente beispielsweise führen bei Schildis zum Tode! Andere Präparate müssen in einer vielfach höheren Dosierung verabreicht werden, als das für Säuger - immer bezogen auf die jeweilige Körpermasse - verträglich ist um überhaupt wirken zu können. Wenden Sie sich möglichst bevor irgend etwas "passiert" ist an den Veterinär Ihres Vertrauens - er wird Ihnen sagen können, wo der nächstgelegene Spezialist erreichbar ist. Für bestimmte Untersuchungen gibt es bundesweit nur eine einzige Stelle!
Grundsätzlich zählen Schildkröten - wie andere Reptilien - zu den sehr "leidensfähigen" Tieren und können z.B. äußerliche Verletzungen größten Ausmaßes nahezu problemlos selbst ausheilen. Sogar die Wunden amputierter Gliedmaßen verheilen ohne weiteres Zutun - in der freien Natur! Äußerliche Verletzungen kann und wird jeder praktizierende Veterinär zufriedenstellend behandeln! Keinesfalls sollten Sie selbst mit irgendwelchen Mittelchen eigene Versuche unternehmen. Halten Sie als erste Hilfe ein verletztes Tier sauber und in einem geschlossenen, fliegenfreiem Raum bei optimaler Temperatur - Wärmelampe - mit der Möglichkeit des Rückzuges in einen etwas kühleren Bereich des Behälters. Über die weitere Behandlung sollte der Tierarzt Ihres Vertrauens möglichst bald entscheiden. Ein guter Rat: Die beste Prävention besteht im aufmerksamen Beobachten seiner Pfleglinge. So wird man Verhaltensanomalien jeglicher Art schnell feststellen. Es hat nichts mit Panikmache zu tun, wenn man sich über meist tödlich verlaufende Schildkrötenkrankheiten ausgiebig informiert. Wir haben einen Link gelegt, der auf eine exzellente Homepage führt und direkt das für jeden Schildkrötenhalter so wichtige Kapitel öffnet. Folgen sie dem Link auf Evas Herpesseite, dem besten Informationsportal das wir kennen.
Es gibt ein Vielzahl niedergelassener Veterinäre, die sich auf Heimtiere spezialisiert haben. Die allerwenigsten von ihnen sind allerdings kompetent, wenn es sich um Reptilien und im speziellen um Probleme bei Schildkröten handelt. Zu speziell ist dieses Gebiet, als daß eine TA-Praxis abseits der großen urbanen Ballungsgebiete alleine davon existieren könnte. Darum haben wir zu einer externen Seite eine Sprungmarke gelegt. Dort sind, aufgrund gemachter Erfahrungen vieler Schildkrötenhalter, einige Veterinäre und Institute nach Postleitzahlen geordnet zusammengetragen. Darüberhinaus gibt es von einigen Praxen auch eine Webadresse mit entsprechend informativer Homepage. Diese Informationsquellen bieten teilweise auch Abgabe- / Fundtiere gegen eine geringe Gebühr an! Da das für viele Tierhalter doch recht weite Wege sein können, empfiehlt sich eine vorherige telefonische Konsultation in jedem Falle. Bitte nutzen Sie die Spezialisten bei unklaren Diagnosen, inneren Erkrankungen etc. und sprechen Sie das Vorgehen mit ihrem örtlichen Tierarzt ab. Er wird sich ggfs. mit dem Spezialisten direkt austauschen und die für Ihr Tier optimale Therapie festlegen oder Sie an ein spezialisiertes Institut verweisen. Das soll keine Angstmache sein! Doch nur wenn man eine Gefahr auch kennt, kann man ihr geschickt aus dem Wege gehen. Auslöser für Erkrankungen sind zu 90% Haltungsfehler! Dabei ist erfolgreiche Schildkrötenhaltung nicht kompliziert. Man darf nur nicht vergessen, daß Schildis niemals Haustiere sind, noch jemals waren und auch nie zu solchen werden können! Also tun wir auch gut daran, sie nicht in eine derartige Rolle zu stecken.

Landschildkröten erfordern eine Quarantänezeit von einem ganzen Jahr, ehe man hinreichend sicher sein darf, daß sie keine Herpesvireninfektion haben. Deswegen gilt: Niemals "Fundtiere" mit dem eigenen Bestand vergesellschaften, auch nicht wenn diese völlig gesund erscheinen. Wichtig zu wissen: Die Krankheit ist, wenn sie ausbricht, absolut unheilbar! Sie kann nur nachgewiesen werden, dann muß der Halter das weitere Vorgehen selbst erwägen. Herpes der Landschildkröten ist nicht auf andere Tierarten übertragbar; Wasserschildkröten haben mit anderen Herpesstämmen zu schaffen, genau wie Menschen auch. Zum Glück verlaufen nicht alle diese Infektionen tödlich wie bei den Landschildkröten.

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